Wissenswertes: Osterspeisen weltweit

Bunt gefärbte Eier, Osterbrot, Pinze, Selchfleisch und Kren sind hierzulande vom festlich gedeckten Ostertisch nicht wegzudenken. Doch welche Osterspeisen werden in anderen Ländern serviert? Ein kleiner Streifzug durch die österlichen Kochtöpfe dieser Welt …
 


Mexiko: Capirotada

Capirotada nennt sich der Brotpudding, der traditionellerweise während der Fastenzeit gegessen wurde. Er besteht aus getoastetem Brot, Zucker, Sirup, Nüssen, Käse und Rosinen, wird mit Zimt und Muskatnuss gewürzt und meist warm gegessen. Das Gericht soll das Leiden Jesu am Karfreitag darstellen. Jeder Zutat wird dabei eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben: das Brot steht für den Körper, der Sirup für das Blut, die Zimtstangen symbolisieren das Holz des Kreuzes, die Rosinen die Nägel, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen war, und der Käse das Leichentuch. Früher diente der Käse auch der ausreichenden Versorgung mit Proteinen, da in der Fastenzeit kein Fleisch konsumiert wurde. Heute ist Capirotada ein beliebtes Dessert zu festlichen Anlässen jeder Art.

Finnland: Mämmi

Mämmi ist ein gebackener Malzpudding aus Roggenmehl, Braumalz, Wasser, Salz und Orangenschale. Bis in die 1930-er Jahre war Mämmi nur in Südwestfinnland als Brotaufstrich bekannt, später wurde der Pudding, der nach dem Backen für einige Tage im Kühlschrank durchziehen muss, zur Fastenzeit – traditionell am Karfreitag – kalt serviert. Überhaupt galt in Finnland die Fastenzeit als zu heilig, um warmes Essen zuzubereiten, weshalb oft die ganze Fastenzeit über ausschließlich kalt gegessen wurde. Viele Finnen essen heute Mämmi nur aus Tradition und mit Schlagobers, Zucker oder Eis, um den aufdringlichen Roggengeschmack zu überdecken.

Ukraine: Paska

Aus süßem Hefeteig wird die Paska in einer großen, runden Form zubereitet. Das Besondere an diesem Osterbrot sind die verschiedenen Ornamente (Zöpfe, Spiralen, Kreuze, Blumen etc.) aus Teig, mit welchen die Paska verziert wird.

Zypern: Flaounes

Flaounes sind kleine, gefüllte Brote, die traditionell zur Osterzeit verspeist werden. Die Fülle besteht aus Eiern, Ziegenkäse und einem weiteren, besonderen Käse, der speziell für die Brote hergestellt wird. Dazu kommen noch Rosinen und Minze. Die Flaounes werden mit Ei bestrichen und mit Sesam bestreut. Gebacken wird traditionellerweise am Karfreitag. Da die Zubereitung sehr aufwändig ist, wird schon am Vortag mit den Vorbereitungen begonnen.

Griechenland: Majiritsa

Die traditionelle griechische Ostersuppe, die Majiritsa, wird nach dem mitternächtlichen Ostergottestdienst am Ostersonntag in der Früh mit frisch gebackenem Brot serviert. Die dickliche Suppe aus den Innereien der frisch geschlachteten Lämmer, die zum Osterfest am Spieß gegrillt werden, war früher das erste Fleischgericht, das nach der Fastenzeit gegessen wurde. Die Hauptzutaten sind Lammleber, Reis, Zwiebeln, Dill und Gewürze. Eine Zitronensauce sorgt für die säuerliche Note. Die Zubereitung kann je nach Region variieren.

Russland: Paska & Kulitsch

Die Ostertorte Paschka und der Osterkuchen Kulitsch sind neben den gefärbten Ostereiern das Ostersymbol schlechthin. Der Teig für den Kulitsch wird in der Nacht vom Gründonnerstag auf den Karfreitag angesetzt, am Karfreitag wird der Kuchen gebacken und am Karsamstag gesegnet. Gegessen wird er am Ostersonntag, wo sich traditionellerweise die ganze Familie versammelt. Die Ostertorte ist ein Symbol für das Grab des Herrn. An den Seiten sind das Kreuz und die kyrillischen Buchstaben „XB“ eingepresst, die für „Chris tós Woskrés“ (Christus ist auferstanden) stehen.

 

Weiterführende Infos Oster-Rezepte