Wissenswertes über Kirschen, die beliebte Steinfucht

Die besten Kirschen sind ja angeblich jene aus Nachbars Garten. Und wenn man keinen eigenen Garten mit Kirschbaum hat, kann man nur froh sein, wenn einen der Nachbar, die Verwandten oder Bekannten an ihrer Kirschenernte teilhaben lassen. Denn wer die verlockenden roten Früchte auf dem Markt oder im Geschäft kauft, muss dafür ganz schön tief in die Geldbörse greifen! Natürlich muss man dazusagen, dass die Kirschenernte händisch erfolgt und sehr zeitintensiv ist. Ich kann mich noch erinnern, wie wir als Kinder auf unseren und den riesigen Kirschbäumen meiner Tante herumgekraxelt sind und mit jedem mühsam gepflückten Eimer der Eifer und die Arbeitsmoral sanken …Kirschen

Botanisches, Herkunft und Verbreitung

Kirschen gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und sind als wild wachsende Vogelkirsche, als beliebter Obstbaum im Garten oder als landwirtschaftliche Obstkultur verbreitet. Man unterscheidet Süß- und Sauerkirschen und Kreuzungen der beiden. Je nach Sorte können Kirschen rundlich, oval oder herzförmig, gelb, hellrot bis fast schwarz sein. Abgesehen vom hohen Norden wird die ursprünglich aus Kleinasien stammende Kirsche in großen Teilen Europas angebaut. Die Länder mit den größten Anbauflächen sind Russland, die USA, Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien, aber auch in Nordafrika werden Kirschen angebaut.

Inhaltsstoffe und medizinische Eigenschaften

Kirschen gehören zum Steinobst. Sie sind reich an Vitamin C (150 g frische Kirschen decken ein Viertel des täglichen Vitamin C-Bedarfs), Fruchtsäuren und sekundären Pflanzenstoffen, v. a. an Anthocyanen, die den Früchten die leuchtend rote Farbe geben. Wie alle pflanzlichen Farbstoffe wirken sie antioxidativ. Sie neutralisieren freie Radikale, die unsere Gefäße und die Zellen angreifen und das Immunsystem stören. Daher zählen Kirschen zu den Nahrungsmitteln, die Krebs vorbeugen können. Weiters enthalten Kirschen die Vitamine A, B1, B2 und B3, sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor und Kieselsäure (je dunkler die Sorten, desto reicher an Wirkstoffen).

Diese Kombination an Vitaminen und Mineralstoffen macht die Kirsche zum idealen Obst für Kinder, weil all diese Substanzen den Aufbau von Knochen und Zähnen, zudem das Nervensystem und die Blutbildung unterstützen. Hingegen enthalten Kirschen kaum Fett und Eiweiß, liefern dem Körper jedoch reichlich Ballaststoffe, die die Verdauung in Schwung bringen. Saure Kirschen wirken entwässernd, daher werden sie zur Entlastung von Herz und Kreislauf sowie Leber und Niere empfohlen. Allerdings sollte man bei säureempfindlichem Magen nur süße Kirschen genießen. Diese regen die Blutbildung an und wirken blutreinigend.

In der Volksmedizin werden auch Kirschkerne verwendet. Sie speichern die Wärme gut und geben sie nur langsam ab; so helfen Kirschkernkissen, wenn man sie warm macht, gegen Bauchweh und Verspannungen, wenn man sie kühlt, bei Gelenksschmerzen.

Kurze Saison – geringe Verfügbarkeit

Die ersten heimischen Früchte kann man bereits im Mai erhalten, doch ist das Angebot eher klein. Die „Kirschsaison“ fällt in Österreich auf Juni und Juli; in diesen Monaten kommt die Haupternte aus inländischem Anbau auf den Markt. Allerdings ist das Angebot in Supermärkten oder auf Bauernmärkten nicht so groß, wie es bei anderen Früchten oder Gemüsearten der Fall ist. Diese Fakten erhöhen den Besonderheitswert der Kirschen und lassen die Preise in die Höhe schnellen.

Genuss-Tipps

Am besten schmecken Kirschen natürlich frisch vom Baum. Nach dem Kirschenessen sollte man kein Wasser trinken, vor allem bei Kindern kann das zu Bauchschmerzen führen.  Madige Kirschen haben meist weniger Glanz. Bei Verdacht sollte man die Kirschen 15 Minuten in lauwarmes Wasser legen – die Maden kriechen dann aus den Früchten.

Reife-Tipp

Bei Kirschen ist die Zeitspanne zwischen Unreife, vollem Geschmack und Verderb sehr gering. Die Früchte müssen an der Mutterpflanze reifen, um den vollen Geschmack ausbilden zu können.

Einkaufs-Tipp

Heimisches Obst – am besten aus biologischer Landwirtschaft – ist auf jeden Fall zu bevorzugen. Nur Biobauern wirtschaften garantiert ohne Pestizide. Gegen schädliche Insekten setzen Biobauern natürliche Feinde ein.

Vorrats-Tipps

Ungewaschen bleiben Kirschen im Kühlschrank länger frisch.  Außerhalb der Erntezeit kann man Kirschen als Konfitüre (mit ganzen Fruchtstücken) genießen oder man konserviert die Kirschen als Kompott. Eine weitere Möglichkeit ist das Einlegen von Kirschen in Essig, Öl oder in Schnaps.  Tiefgekühlt sind die Früchte mindestens 12 Monate haltbar und auch im Winter ein vitaminreicher Fruchtgenuss. Beim Einfrieren sollte man unbedingt die Kirschen auf einem Blech (nicht zu eng aufgelegt) rasch vorfrosten. Erst in bereits gefrorenem Zustand die Früchte in Behälter (Dosen, Sackerln) füllen und in die Gefriertruhe geben.  Auch gedörrt (im Backofen oder im Dörraparat) sind Kirschen lange haltbar und eine köstliche Nascherei für zwischendurch!

 

Weitere Infos:

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