Solidarische Landwirtschaft

Das Konzept der „gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft“, kurz „Gelawi“ genannt, ist eine anregende Möglichkeit für bewusste Konsumenten, sich aktiv für hochwertige Lebensmittel einzusetzen.
Gemüsevielfalt
Engere Bündnisse zwischen Bauern und Konsumenten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zunehmend mehr Landwirte kämpfen um ihre Existenz – Tendenz steigend. Größer wird aber auch die Anzahl der AbnehmerInnen in der Steiermark, die sich mit dem Berufsstand der Landwirte solidarisch und motiviert zeigt und damit einem gemeinsamen Trend folgt. 
Die Konsumenten beteiligen sich durch einen regelmäßigen Beitrag an den laufenden Kosten eines bestimmten Bauern. Im Gegenzug ernten sie hochwertige Lebensmittel in erstklassiger Bioqualität
Knappe Lebensmittel werden zuerst der Gemeinschaft angeboten, nur der Rest geht in den Verkauf über.
So teilen sich Konsument und Bauer nicht nur die Ernteerträge, sondern auch das Risiko und sind so vom Markt unabhängig. Ernteausfälle werden von der Gemeinschaft getragen –

das bedeutet mehr Sicherheit für die einzelnen Höfe und damit ein Schritt näher Richtung Ernährungssouveränität.

Das solidarisch-landwirtschaftliche Konzept entstand in den 1960er Jahren in Asien sowie in den USA.  

2011 wurde die erste solche Gemeinschaft in Österreich aus dem Boden gestampft: Gärtnerhof Ochsenherz in Gänsernhof bei Wien. Mittlerweile gibt es etwa 30 Gelawi-Initiativen in Österreich. Allerdings ist keine Gelawi wie die andere, das System ist vielfältig umsetzbar.
Die Gelawi-Murtal beispielsweise besteht aus Privatpersonen, die ehrenamtlich Gemüse anbauen, andere sind aus bestehenden Biobetrieben hervorgegangen.

Vordergründig geht es dabei jedoch nicht um den positiven Ertrag, sondern viel mehr um Solidarität und erstklassige, leistbare Lebensmittel für jedermann zugänglich zu machen. Nicht nur die Solidarität zwischen Abnehmer und Landwirt, sondern auch jene unter den Konsumenten muss funktionieren. In welcher Höhe der Geldbetrag ist, welchen man als Mitglied der Gemeinschaft bezahlt, erfährt nur der Schatzmeister.

Zwischen 50-120 Euro kostet ein Ernteanteil einer solchen Landwirtschaft pro Monat. Der Betrag wird anhand des Budgets für die Bewirtschaftung des Hofes berechnet und zusätzlich wird neben dem Bedarf an Lebensmitteln auch die individuelle Zahlungskraft eines Einzelnen berücksichtigt. Das Konzept ist somit nicht elitär – jeder soll motiviert und im Stande sein involviert zu werden. Bei der Landwirtschaftskammer zeigt man sich überaus erfreut über die solidarische Landwirtschafts-Kooperative, denn es ist ein Zeichen von großer Anerkennung und Wertschätzung für die Leistungen der heimischen Landwirte.