Was wächst denn da? Was mach ich draus ? Kürbis

Die Familie der Moschata-Kürbisse

Obwohl es weltweit etwa 800 Kürbissorten gibt, beschränkte sich der Anbau bei uns in den letzten Jahrzehnten meist auf Ölkürbis, Zucchini, Hokkaido und den roten Zentner. In letzter Zeit erfreuen sich jedoch auch die Kürbisse der Moschatafamilie wie der birnenförmige Butternusskürbis und der tief gerillte, wunderschön gefärbte Muskatkürbis aufgrund ihrer Vielseitigkeit wachsender Beliebtheit.

 

(Text, Rezepte und Fotos: Karin Sidak, www.tatort-kueche.at)

 

Kürbis allgemein Der Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Aus archäologischen Funden geht hervor, dass er in seinen Ursprungsgebieten Mittel- und Südamerika schon vor über 8000 Jahren angebaut wurde. Die Ureinwohner pflanzten den Kürbis in einer raffinierten Mischkultur mit Bohnen und Mais an: Die Bohnen kletterten an den Maisstielen hoch und dazwischen rankten die Kürbispflanzen, die Wurzeln aller drei Pflanzen bereicherten zusätzlich den Boden.
Einen gewaltigen Popularitätsschub erfuhr der Kürbis durch das Halloween-Fest, einen alten irischen Brauch, den die irischen Einwanderer in die Neue Welt mitbrachten, wo er zum amerikanischen Massenspektakel wurde und sich über den Erdball ausbreitete. Gut für den Kürbis – er bekam ein Gesicht und eine Kerze und erlangte enorme Beliebtheit!

 

Botanisches

Der Kürbis (lat. cucurbita) ist eine einjährige, sehr frostempfindliche Pflanze aus der Gattung der Kürbisgewächse (cucurbitaceae). Männliche und weibliche Blüten wachsen auf derselben Pflanze, zur Befruchtung sind aber Bienen oder Hummeln nötig. Die stark  rankende Pflanze bildet nur flache Wurzeln und wird bis zu 10 Meter lang. Männliche Blüten haben einen langen, dünnen Stiel, weibliche einen kurzen mit darunter befindlichem Fruchtknoten. Die Frucht – der Kürbis – ist eine Beere mit harter Oberhaut, die in reifem Zustand hohl klingt, wenn man daraufklopft. Die in Europa bekanntesten Arten sind Maxima (Hokkaido), Pepo (Ölkürbis) und Moschata (Butternuss, Muskat).


Kürbis im Garten

In unserer Klimazone ist eine Vorzucht im Haus zu empfehlen, die kleinen Pflanzen werden dann nach den Eisheiligen im Mai ins Freie gepflanzt (gut vor Schnecken schützen!). Man rechnet etwa 1 m2 Boden pro Pflanze, praktisch ist auch das Setzen zwischen Bohnenstangen oder an einem Zaun, 
wo sich die Pflanze festranken kann. Gerne hat der Kürbis humusreiche Böden mit untergemischtem Kompost, und er braucht viel Wasser. Gegen Sommerende werden die Ranken dürr, die Früchte entwickeln sich jedoch noch weiter. Um zu verhindern, dass die Früchte faulen, kann man umgedrehte Keramikteller unter die Früchte legen.
Muskat- und Butternusskürbisse sind gut lagerfähig, müssen aber völlig ausreifen können. Die Schale muss hart und der Stiel trocken
sein. Die Kürbisse am besten nach der Ernte zehn Tage an einem sonnigen Platz aushärten lassen.

 

Gesundheit

Kürbis ist reich an Ballaststoffen, er unterstützt bei Verdauungsbeschwerden und beim Abnehmen. Muskat- und Butternusskürbis sowie alle orangefleischigen Sorten enthalten viel Betacarotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Es ist gut für unsere Sehkraft, stärkt das Immunsystem und soll Krebszellen bekämpfen. Auch bei Blasenbeschwerden ist der Genuss von Kürbis hilfreich.
In der Medizin wird Kürbisextrakt unterstützend bei Diabetes empfohlen. Weitere wichtige Inhaltstoffe des Kürbis sind Magnesium,
Kalzium und Kalium.

 

Butternuss und Muskatkürbis in der Küche

Zum Zerschneiden der Kürbisse sollte immer ein großes, sehr scharfes Messer verwendet werden, denn sowohl Butternuss- als auch Muskatkürbisse haben eine harte Schale, die entfernt werden muss. Dazu schneidet man den Kürbis am besten in schmale Spalten und schält diese mit einem kleinen Messer, anschließend löst man die Kerne samt Fäden aus dem Inneren.
Beide Kürbissorten können roh gegessen werden, man kann sie wie Karotten raspeln oder dünnblättrig geschnitten zum Salat geben.
Außerdem kann man sie kochen, grillen, panieren und ausbacken, schmoren und frittieren, und das Schöne ist: Bei jeder Zubereitungsart schmeckt der Kürbis etwas anders. Der Muskatkürbis hat ein leuchtend dunkeloranges Fleisch, schmeckt leicht nach Muskat und hat ein süßliches Aroma. Er eignet sich gut zur Herstellung von Marmelade, Kürbistarte (Pumpkin Pie), Kompott und Chutney.
Die Kerne kann man auslösen und mit Salz und etwas Öl rösten.
Der Butternusskürbis hat wenig Kerne und einen hohen Fruchtanteil, schmeckt nussig und hat ein recht kompaktes Fleisch. Er eignet
sich sehr gut zum Füllen, Panieren und Braten, aber auch für Kürbiscremesuppe.

 

Kürbis-Apfel-Marmelade

 

Kochen & Küche Oktober 2017